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Bericht: Dauerhafte SHR-Haarentfernung bei Dermedis

20. März 2017 um 18:28

Hallo gofeminin-Forum,

dieser Eintrag wird sich detailliert über meine Erfahrungen bei Dermedis beziehen, welchen ich nach und nach immer weiter vervollständigen werde.

vorweg:
Ja ich bin ein Mann, der sich extra für diesen Bericht einen Account im Frauenforum schlechthin gemacht hat. Meiner Meinung nach gibt es für beide Geschlechter viel über dieses Thema zu berichten. Jedoch finde ich es hier angebracht, da trotz des körperhaarfreien Zeitalters für Frau und Mann die weibliche Figur öfters zum Rasierer, Epilierer oder ähnliches greift und sich daher vielleicht eher Gedanken um eine dauerhafte Lösung macht.

Zu meiner Person:
Ich bin 21 Jahre jung und Student. Es gab für mich immer wieder Gedanken in der Vergangenheit sich einer Haarentfernung unterziehen zu lassen, jedoch waren die Kosten für so eine Behandlung mehr als abschreckend. Mehrere Hundert Euro waren erst kein Problem dachte ich mir, als ich dann gelesen habe, dass man zwischen 6-8 Behandlungen braucht.
Dennoch habe ich mich vor kurzem dazu entschieden, denn meine Behaarung am Oberkörper ist wirklich zu einer physischen und psychischen Last geworden.
Die Nassrasur am Bauch und Brust war für mich bis dahin die Methode zur glatten Haut, was aber nur für einen Tag anhielt. Auch gegen den Strich kamen die ersten Stoppeln nach gut 24h zum Vorschein, was nicht nur unangenehm für eine Partnerin zu berühren war, sondern auch das ständige scheuern des Hosenbundes verursacht Reizungen an der rasierten Haut. Eine erneute Rasur kam innerhalb einer Woche nicht in Frage, denn das Ergebnis ließ zu wünschen übrig und für die Dermis war es auch alles andere als angenehm.
Das Problem wurde sogar so groß für mich persönlich, dass ich meiner damaligen Partnerin den Sex ausreden musste, falls ich nicht frisch rasiert war bzw. keine Zeit hatte um mich vorher zu rasieren. Das brachte nicht nur Enttäuschung für beide mit sich, sondern belastete auch die Beziehung, denn spontanen Sex gab es nicht und wenn, dann nur mit einem Stoppelteppich.
Natürlich kann man sagen, das ich mir die Haare hätte länger wachsen lassen können, aber meine Körperbehaarung ist mir leider schon unangenehmer geworden, als meiner Partnerin den Sex zu verweigern. Unter anderem deshalb entschied ich mich für den Versuch einer dauerhaften Haarentfernung.

Die erste Beratung:
Endlich angekommen im unscheinbaren Gebäude, in dem Dermedis ihre Praxis hat, war ich positiv angetan von der Einrichtung und Darbietung der Unternehmung. Überaus freundliche Mitarbeiter, edles Mobiliar und angenehme Wartezimmermusik. Mein erster Gedanke war, dass hier nicht schlecht Geld verdient wird. Nach kurzer Wartezeit wurde ich auch direkt in ein großes Einzelbüro für die Beratung gebeten. Die Mitarbeiterin startete nach einem kurzen Smalltalk ihre kleine Präsentation über das SHR-Verfahren auf ihrem iMac, welche vom Inhalt den Erläuterungen der Webseite von Dermedis entspricht. Nach den Folien wurde ich noch über Risiken informiert und Dinge, die ich vor und nach einer Behandlung zu beachten habe.
Alle Details finden sich auch auf der Webseite wieder. Das einzige was mir neu war, war die Tatsache, dass hier nun von 8-10 möglichen Behandlungen die Rede war, je nachdem wie gut die Behandlungen anschlagen würde. Die nette Mitarbeiterin fragte mich, welche Bereiche des Körpers denn zu behandeln wären; ich entschied mich vorerst für Bauch, Brust, Nacken, Schultern und Rücken. Auch wenn mein Rücken relativ haarfrei ist, wollte ich dennoch gleich den ganzen Torso behandeln lassen. Auch die 30% Rabatt auf 5 Behandlungsbereiche erleichterten mir diese Entscheidung. Einen Termin wollte ich jedoch noch nicht vereinbaren, denn ich wollte mir das alles nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Die zweite Beratung:
Nach drei Wochen habe ich mich letztendlich entschieden die Behandlung zu starten, jedoch kamen mir neue Fragen auf, welche ich auch im ersten Gespräch hätte stellen können. Was ist mit Leberflecken oder Muttermale? Wie genau sind die Bereiche des Körpers definiert? Was und wie weit muss ich vor einer Behandlung rasieren, wenn es z.B. um die Schulter geht? Ich vereinbarte einen zweiten Beratungstermin, welcher mich 39€ kosten ließ. Ich war erst kurz irritiert von dem Preis einer Beratung, jedoch fiel mir dann schnell ein: Das ist alles keine Kassenleistung.
In der Beratung wurde mir dann gesagt, dass kleine Leberflecken abgedeckt werden und größere Dinge erst gar nicht mit dem Laser in Kontakt kommen. Zusätzlich wurden mir dann noch die genauen Abgrenzungen der zu behandelnden Bereiche erläutert. Mir wurde relativ die Wahl gelassen, wie weit z.B. die Schulter in den Oberarm ragt - Hauptsache die Schulter wird nicht zum ganzen Oberarm ernannt. Diese Freiheit hinterließ einen guten Eindruck.
Alle Fragen wurden geklärt und ich bekam ein Formular in die Hand gedrückt, welches ich ausgefüllt beim ersten Termin mitbringen soll. Der Zettel beinhaltet Hinweise zu den Risiken und Felder für meine Kontaktdaten. Die ersten Termine wurden ausgemacht und ich war bereit die Sache anzugehen.

Vorbereitung für den ersten Termin/ Haar- und Hauttyp:
Ein Tag vor der ersten Behandlung war es soweit, ich musste mich mal wieder rasieren. Haare etwas getrimmt und dann rasiert. Kannte ich ja schon. Der Rücken? Ja das war ein Problem. Wie wird man Haare am Rücken los, auch wenn es nicht viele waren? Ich hatte im Internet recherchiert und den Easy-Raze bestellt. Koordinatorisch eindeutig anspruchsvoll, jedoch lief es besser als gedacht sich den Rücken mit einem "Teleskoprasierer" zu rasieren. Mein Körper war bereit.
Einige wichtige Details zu meinem Haar- und Hauttyp. Meine Oberkörperhaarpracht reicht vom Intimbereich bis hin zum Schlüsselbein im Form einer Sanduhr. Am Bauch breit, über dem Bauchnabel enger werdend und dann zur Brust wieder breiter. Diese Sanduhr ist mit dickem schwarzen Haar ausgestattet. Der untere Teil ist sehr dicht, ungefähr so wie der Intimbereich. Die Brust ist etwas dünner besiedelt. Meine Haut ist relativ empfindlich für Sonneneinstrahlung und auch sehr hell. Ich kann zwar gut braun werden, jedoch bin ich nicht gerne Oberkörperfrei am See oder im Freibad. Ja die Haare mal wieder. Mein Haar- und Hauttyp eignen sich somit hervorragend für diese Behandlung.

Meine erste Behandlung:
Habe ich mich auf diesen Tag gefreut, endlich ging es los. Ein Traum wenn man so will. Als ich ankam musste ich nicht lange warten und wurde in einen Behandlungsraum geführt. Natürlich schön modern eingerichtet und mit entspannter Musik, wie man sie vielleicht aus Erotikfilmen kennt. Ich sollte die Bereiche meines Körpers freimachen, welche zu behandeln waren. Also zog ich mein Oberteil aus und den Hosenbund etwas herunter. "Ohje" hörte ich. Ich wurde kurz nervös, denn was war jetzt? "Du hast aber nicht viel Fett am Körper" kam hinterher. Ich wusste nicht ob das jetzt ein Kompliment oder ein Problem war. Hintergrund: Mein Hobby ist seit längerem Krafttraining im Fitnessstudio und Laufen mit der dazugehörigen Ernährung, der Mainstream von heute wenn man so will. Auf die Frage ob das schlimm sei antwortete sie, dass es vielleicht etwas mehr brennen könnte, da das Fettgewebe die Hitze von der Haut gut ableiten kann. Ich dachte mir, dass wird schon nicht so schlimm sein.
Ich legte mich mit dem Rücken auf den verstellbaren "Liegestuhl". Mein Hosenbund wurde mit Papier abgedeckt damit das Gel, welches wie beim Ultraschall aufgetragen wird, nicht an die Kleidung gelangt. Sehr kalt das Zeug. Ich bekam eine Brille aufgesetzt und es sollte schon losgehen.
Das Lasergerät setzte am unterem rechten Bauch an. Ein sehr unangenehmer Schmerz sollte folgen. Aber zuerst: Es wurden immer Areale behandelt. Am Bauch waren es ungefähr 10x10 Zentimeter, welche die Mitarbeiterin mit dem Laser schnell abfuhr und das mehrere Male. Hin und her. Als der Laser die ersten Bahnen bestritt ging es in meinem Kopf ganz schnell. Das "oh, das ist unangenehmer als ich dachte" wurde sehr schnell zu "ohje das kann nicht sein" und dann zu "Oh mein Gott! das tut wirklich weh!". Ich biss zusammen und griff mich mit beiden Händen am Handtuch fest, welches unter mir lag. Meine Gedanken waren "jetzt kein Weichei sein". Jedoch musste ich den Schmerz auch in Form von Lauten von mir geben. Keine Schreie, aber lauteres ausatmen und leichtes schmerzverzerrtes Stöhnen ließ mir ansehen, dass das keine Massage war. Die nette Dame sagte zu mir auf lustige Weise, dass die Damen, die herkämen, dabei eine leichtere Figur machen. Ich dachte mir daraufhin, dass ich mir das nicht vorstellen könnte. Mein ganzer Körper war angespannt und letztendlich merkte sie, dass mir das wirklich weh tat. Sie nahm den Laser ab und bemerkte, dass meine Haut sehr rot wurde und Folikelödeme entstanden sind. Sie sagte dann, dass das sehr selten vorkommt und dass ich eine sehr empfindliche Haut habe. Ich möchte anmerken: Dies waren die ersten 40 Sekunden der ca. 90minütigen Behandlung. Nach jedem behandelten Areal misste sie mit einem kleinen Gerät die Temperatur meiner Haut. Ich bin zwar kein Meister der Schmerzresistenz, wie man sie oft in Videos sieht, aber ich halte mich auch nicht für schmerzempfindlich: Doch das tat wirklich weh.

Sie behandelte nun den oberen rechten Bereich meines Bauches. Man stelle sich wieder die Sanduhr vor, welche über meinen Oberkörper geht, denn dieser Teil ist etwas freier am Rand als Innen. Dieser Bereich tat auch weh, jedoch nicht so sehr wie der zuvor. Ich verfolgte die Bahnen des Lasers im Gedanken und mir viel etwas auf. Die Bereiche, die sehr stark behaart sind haben deutlicher gebrannt als die, die etwas dünner waren. Ich sagte das zu ihr und sie stimmte mir zu.
Da meine Haare im Prinzip perfekt für den Laser geeignet sind, nehmen diese das Licht besonders stark auf. Zusätzlich sind meine Haare hier besonders dicht, somit mehr Licht auf kleinerer Fläche. Das hat zur Folge, dass diese Bereiche sehr viel schneller heiß werden, als Bereiche wo es weniger dicht ist.
Als sie mit diesem Areal fertig war, ging es auf die linke Seite, wie im Uhrzeigersinn.
Der untere linke Bereich wurde wieder die Hölle, jedoch ließ sie es hier nicht so lange dauern. Als der Bauch soweit fertig war, entfernte sie das Gel und legte ein dünnes Papiertuch auf meinen Bauch und sprühte es mit Aloe-Vera ein. Das tat wirklich gut.
Als nächstes kam die Brust dran. Auch hier das gleiche Spiel: Umso dichter das Haar umso mehr schmerzte es. Auch am Schlüsselbein hat es etwas geschmerzt, da hier kein Fett zwischen Haut und Knochen liegt. Wieder Aloe-Vera nach der Behandlung.
Ab jetzt sollte es angenehmer werden. Die Schultern und der komplette Rücken waren deutlich besser. Ich spürte hier kaum ein Ziehen, es wurde nur heiß an den Stellen, über denen der Laser öfters lief. Mein Nackenbereich bis zu den Schultern lässt auch paar Haare aufweisen (typisch Mann?), hier zwickte es wieder ein wenig, aber alles deutlich im Rahmen. Vielleicht war ich auch einfach nur schlimmeres gewohnt. Eigentlich hatte ich vor die Haare bis zum Haaransatz des Kopfes entfernen zu lassen, aber ich rate jedem davon ab, der auch dickes und dunkel Haar besitzt. Denn das sind die gleichen Schmerzen wie bei mir am Bauch, nur eben im Nacken! Also ließ ich paar Zentimeter Platz zwischen Haaransatz und Laser.

Nach netten Gesprächen zum Zeitvertreib während der Behandlung und Komplimenten über meinen Rücken war es dann soweit, ich war fertig. Aloe-Vera auf den Rücken und etwas liegen bleiben. Kurz darauf stand ich auf und betrachtete das Werk im Spiegel. Die Rötungen am Bauch waren fast wieder weg, nur die Brust war noch gerötet. Sie versicherte mir, dass das in Kürze wieder weg ist. Ich ging zum Tresen im Eingangsbereich, machte den nächsten Termin aus und bezahlte. Bezahlen konnte man nur in Bar oder mit Karte. Vorgesehen waren 5 Bereiche, welche zusammen inklusive Rabatt 360€ kosten sollten. Mir wurde der Nacken nicht berechnet und so kam ich auf ca. 350€. Kein großer Unterschied, weil nur 4 Bereiche einen kleineren Rabatt bedeuteten.
Eine überraschend schmerzhafte Behandlung mit freundlichen Personal ging zu Ende. Ich spürte noch die Wärme durch mein Oberteil, als ich meine Hand auf die Brust legte. Als ich zuhause ankam waren alle Rötungen verschwunden. Was über blieb waren nur kleine leichte rote Punkte um die Haarwurzel. Rote Punkte wie man sie vielleicht kennt, wenn man lange in der Sonne lag. Nichts Schlimmes.
Ich fühlte mich gut, ich hatte es geschafft. Meine Hoffnung war, dass nun einige Haare ausfallen werden und die nächste Behandlung nicht so schlimm wird an besagten Stellen.

Nun heißt es 6 Wochen warten bis zum nächsten Termin und bis zum nächsten Bericht. Ich hoffe ich konnte meine Erfahrung anschaulich darstellen. Ich möchte auch hervorheben, dass meine Haut anscheinend sehr empfindlich reagiert hat und dass mein Haartyp perfekt für die Wärmeleitung geeignet ist.
Die Behandlung war im Großen und Ganzen auszuhalten, wenn man sich wie ich auf das Ergebnis freut. Mein Rat ist jedoch, dass ihr Behandlungen an sensiblen Stellen wie Bart, Hals, Intimbereich oder Pofalte erst machen lässt, wenn ihr euch als erstes an anderen Stellen behandeln lässt. So könnt ihr testen wie ihr auf den Laser reagiert. Gegebenenfalls lässt man den Laser an sensiblen Stellen Probefahren!

Grüße simmens

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6. September 2017 um 23:09

und wie war das Ergebnis? und die nächste Behandlung? hat sich etwas verändert bzw. hat die Behandlung etwas gebracht und geholfen? kannst du es weiterempfehlen? 
LG

5 LikesGefällt mir

23. Juli 2018 um 13:26

Hey,

lieben Dank für deinen sehr ausführlichen Bericht! Wie waren denn die Folgetermine? Bist du mit dem Ergebnis zufrieden?

LG

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