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Bauchnabelpiercing-Stab?

23. September 2009 um 19:48

Hey, ihr Lieben!
Ich möchte mir ein Bauchnabelpiercing stechen lassen, und habe auch schon in Ebay und sonst im Internet nach Steckern geguckt, jedoch habe ich nirgentwo im Internet gefunden, ob man im Bauchnabel einen Piercing mit Überlänge benutzt, und später einen kürzeren reintut.

Die Stecker, die ich gerne haben möchte, sind 10mm lang und sind halt diese Bananenstecker, aber gibt es da verschiedene Längen?
Oder ist 10mm da eher so Standard?
Kann ich ohne Bedenken nach der Abheilzeit einen solchen Stecker hineintun, oder muss der individuell angepasst werden?

Ich hoffe, jemand kann mir helfen
mfG, Polly

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23. September 2009 um 20:46

Hey...=)
Also,es ist so:
Du kannst nicht von vornherein sagen,wie lang du den Stab gerne hättest. Erstmal bekommst du einen Kunststoffstab,der sehr lang ist,da die Stelle in der ersten Zeit geschwollen ist. Der Stab kann dann nach einiger Zeit gekürzt werden. Ist dein Piercing verheilt,kann dir dein Piercer sagen,wie lang dein Bauchnabelpiercingstab sein muss. Das ist bei jedem unterschiedlich,hängt also von der Form deiner Bauchnabels ab Bei mir ist es zB so,das ich ein 12mm-Piercing nehmen muss.Das findet man seltener,aber es gibt echt gute Internetshops wo du gute Piercings in der Länge findest,die auch nicht zu teuer sind.Schreib mir doch einfach wenn du noch Fragen hast

Liebe Grüße

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24. September 2009 um 19:33

...
Aus persönlichen Gründen sollte ich aber lieber auf etwas metallisches zugreifen

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25. September 2009 um 14:29

-..
Ich meinte nicht-metallisch :'D
Bzw, ich muss alle 3 Monate ins MRT, und kann ich dann mit einem Bauchnabelpiercing aus Titan/Chirurgenstahl etc da rein, ohne dass mir was passiert?
Weil mir muss die Kopfregion utnersucht werden.

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26. September 2009 um 8:26

..
Also ich war ja schon bei mehreren Piercern und habe mich ausgiebig informiert, nur ist mir mit dem MRT das ein wenig unklar..
Weil die Piercerin meinte, dass auf den PTFE-Stab trotzdem Titan-Kugeln draufkommen.
Und da habe ich gefragt, ob ich dann mir selber Acryl-Kugeln oder so kaufen kann, und die dann da schon während der Abheilzeit wenigstens für die 20 Minuten aufschrauben kann.
Geht das, weil die Piercerin meinte, dass viele Leute Acryl nicht so super vertragen, und wenn ich es vertragen würde, würde das gehen, dass sie mir doch schon beim ersten einsetzen dieses Acryl aufschraubt?
Und wenn nicht: Darf ich dann einfach so während der Abheilzeit nicht den Stab, aber die Kugeln wechseln?
Oder sollte ich das aus hygienischen Gründen lieber nicht machen?

Eine Antwort wäre sehr nett

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26. September 2009 um 9:46
In Antwort auf eser_12628485

..
Also ich war ja schon bei mehreren Piercern und habe mich ausgiebig informiert, nur ist mir mit dem MRT das ein wenig unklar..
Weil die Piercerin meinte, dass auf den PTFE-Stab trotzdem Titan-Kugeln draufkommen.
Und da habe ich gefragt, ob ich dann mir selber Acryl-Kugeln oder so kaufen kann, und die dann da schon während der Abheilzeit wenigstens für die 20 Minuten aufschrauben kann.
Geht das, weil die Piercerin meinte, dass viele Leute Acryl nicht so super vertragen, und wenn ich es vertragen würde, würde das gehen, dass sie mir doch schon beim ersten einsetzen dieses Acryl aufschraubt?
Und wenn nicht: Darf ich dann einfach so während der Abheilzeit nicht den Stab, aber die Kugeln wechseln?
Oder sollte ich das aus hygienischen Gründen lieber nicht machen?

Eine Antwort wäre sehr nett


Ich bin jetzt kein Experte, aber warum ist ein PTFE Stab in Ordnung die Kugeln könnten aber nicht aus dem selben Material sein? Das wäre doch das einfachste.
Das mit dem selbst wechseln würde ich dir nicht raten. Die Kugeln sitzen sehr fest und du reitzt es durch das dran rumfummeln total.
Ich kenn micht mit MRTs nicht so aus, weißt du sicher das es nicht geht ,wenn das am Kopf gemacht wird und du am Bauch zwei kleine Metall Kugeln hast? Sonst frag doch erstmal den Arzt wie das genau ist.
Ansonsten glaube ich das es auch komplett mit PTFE gehen müsste (du kannst dazu ja mal verschiedene Piercer befragen).
Wenn das beides nicht möglich ist würde ich es lassen. Vorallem bei einem BNP. Denn 3 Monate Heilzeit sind da auch recht kurz angesetzt. Oft heißt es auch 6-8 Monate.

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26. September 2009 um 17:13

..
Das mit dem Acryl habe ich ja gefragt, da meinte die Piercerin, dass die das nicht so gerne machen da viele Leute eine Allergie dagegen haben.
Aber kann ich denn dann wenn ich das Piercing schon einen Monat habe, einfach zum MRT die Kugeln abmachen und dann später wieder draufmachen?

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27. September 2009 um 12:52
In Antwort auf eser_12628485

..
Das mit dem Acryl habe ich ja gefragt, da meinte die Piercerin, dass die das nicht so gerne machen da viele Leute eine Allergie dagegen haben.
Aber kann ich denn dann wenn ich das Piercing schon einen Monat habe, einfach zum MRT die Kugeln abmachen und dann später wieder draufmachen?


Wie schon gesagt, ich würde es nicht machen. Das Piercing ist nach einem Monat definitiv nicht abgeheilt und du bekommst die Kugeln auch nicht so ohne weiteres ab. Das heißt du muss da ziemlich fest dranrumdrehen und das tut dem unverheilten Piercing logischweiße nicht gut.
Hast du dich den schon bei verschiedenen Piercern erkundigt? Ich meine nämlich schon gehört zu haben das PTFE auch als Ersteinsatz verwendet wird.

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28. September 2009 um 0:23

Piercings & MRT Untersuchung
Hallo

ich hab vor längerer Zeit eine wirklich lesenswerte Abhandlung öffentlich irgendwo in einen Internetforum zum Thema gelesen. Der Text ist nicht von mir, ich kenne aber auch den ursprünglichen Author nicht.
------------------------------ -----------------------
Zuerst aber einige Worte zu mir. Ich bin promovierter Physiker und arbeite seit 18 Jahren in der Forschung an Kernspintomographen, zudem gebe ich Vorlesungen an der Uni. Seit 7 Jahren bin ich Forschungsleiter in einem klinischen MR-Labor und als solcher Sicherheitsbeauftragter für MRT Untersuchungen.

Physikalische Wirkungsmechanismen und Gefahrenquellen:

1. Röntgen und CT:

Beide Methoden beruhen auf der Bestimmung der Absorption von ionisierender Strahlung (Röntgenstrahlung) durch das Gewebe. Je höher die Dichte eines Gewebetypes oder Fremdkörpers ist, desto höher ist die Röntgenabsorption. So erscheinen dichte Strukturen, wie Knochen oder chirurgische Implantate und Piercings, hell bzw. weiß auf Röntgenbildern, während sich weniger dichte Gewebe, wie Muskel, Organe oder das Gehirn, dunkel abbilden. Röntgen hat keine weitere Wechselwirkung mit metallischen Implantaten oder Piercings und beinhalten somit auch keine gesundheitlichen Risiken! Piercings wie auch Implantate verdecken jedoch, durch ihre hohe Röntgenabsorption, möglicherweise vorhandene anatomische Veränderungen und können so eine Diagnose unmöglich machen! Viele Ärzte bestehen aus diesem Grund auf eine Entfernung von Piercings, um keine Verletzungen oder Veränderung zu übersehen. Eventuell kann durch einen geschickt gewählten Röntgenwinkel eine Verdeckung der zu untersuchenden Organe vermeiden, dies liegt allerdings im Ermessen des Arztes.

Ich denke, dass der Aufwand des Entfernens von Piercings durchaus in Kauf genommen werden sollte. Wer möchte schon, dass z.B. ein entstehender Knoten in der Brust aufgrund eines BWP nicht richtig erkannt wird? Dass Microdermals oder Dermal Anchors nicht entfernt werden, versteht sich von selbst. Man sollte jedoch den Arzt darauf hinweisen, so dass er den Röntgenwinkel optimal wählen kann.

Eine Wechselwirkung von Röntgenuntersuchungen mit Tattoos gibt es NICHT. Selbst bei Tattoos mit metallhaltiger Farbe, ist die Röntgenabsorption so gering, dass die Bildqualität nicht beeinträchtigt wird.

2. MRT:

Die möglichen Wechselwirkungen zwischen Tattoos und Piercings bei Kernspinuntersuchungen sind wesentlich komplexer. Im Gegensatz zu Röntgenmethoden basiert die MRT nicht auf ionisierender Strahlung. Die MRT nutzt eine magnetische Eigenschaft von Atomkernen, den Kernspin, um Gewebearten und -konzentrationen zu unterscheiden und abzubilden. Dazu werden drei verschiedene physikalische Techniken benötigt, deren Wirkungsweise und deren mögliche Risiken ich in der Folge beschreiben werde:

a) Das statische Magnetfeld:

Heutzutage werden in der Klinik MR-Geräte mit Feldstärken von 0.5 Tesla bis zu 3 Tesla, in der Forschung sogar bis zu 10 Tesla verwendet. Tesla ist ein Maß für die Stärke eines Magneten. Über den Daumen gepeilt entspricht 1 Tesla ca. der 10000-fachen Stärke des Erdmagnetfeldes! MR-Geräte sind also extrem starke Magnete.

Das Magnetfeld wird bei MR-Untersuchungen benötigt, um die Energiezustände der Atomkerne im Körper unterscheiden zu können. Modellhaft könnte man sagen, die Atomkerne werden im Magnetfeld ausgerichtet. Diese Ausrichtung ist ungefährlich und verschwindet wieder, sobald man das Magnetfeld verlässt.

Wie nun jeder weis, zieht ein Magnet verschiedene Metallsorten an. Dies geschieht ausschließlich bei ferromagnetischen Metallen, also Metallverbindungen, die Eisen, Nickel oder Kobalt enthalten. Ein starkes Magnetfeld, wie das eines MR-Gerätes würde solche Metalle sehr stark anziehen und damit bewegen. Dies kann Schmerzen hervorrufen oder im schlimmsten Fall benachbartes Gewebe verletzen.

Tattoofarben, selbst metallhaltige, sind durch das statische Magnetfeld nicht beeinflusst. Es existieren hier keinerlei Risiken.

Piercings können, falls sie ferromagnetische Bestandteile haben, vom Magneten angezogen also bewegt werden. Dies führt im allgemeinen aber nicht zu Verletzungen! In der Regel bestehen Piercings aus Chirurgenstahl, Titan oder nichtmetallischen Stoffen, werden also nicht vom Magnetfeld beeinflusst. Sie verursachen allerdings lokale Störungen des Magnetfeldes und machen dadurch MRT-Aufnahmen teilweise unbrauchbar! Ein Arzt wird aus diesem Grund meist darauf bestehen, dass Piercings entfernt werden, um Untersuchungsergebnisse nicht zu gefährden! Auch hier gilt wieder, der Aufwand des Entfernens von Piercings im Bereich des Untersuchungsbereichs sollte in Kauf genommen werden, damit keine Veränderungen des Gewebes übersehen werden!

b) Variierende Magnetfelder (Gradientenfelder):

Gradientenfelder werden zur Ortskodierung der MR-Untersuchung benötigt. Sie stellen sicher, dass die gemessenen MR-Signale millimetergenau einem bestimmten Ort im Körper zugeordnet werden können. Es werden dazu Magnetfelder sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Dabei werden Ströme in leitenden Materialien, also auch im Gewebe und metallischen Fremdkörpern, induziert. Dies hat zwei verschiedene Konsequenzen:

Erstens können die Ströme zu einer Erwärmung sowohl des Gewebes als auch der Metalle führen, was im Extremfall Verbrennungen durch die erhitzten Metallobjekte nach sich ziehen kann! Die Gefahr bei Piercings ist relativ gering, da sie sich, durch ihre geringe Größe und die gute Abführung der Wärme nach außen, kaum merklich erhitzen können. In den USA wurde vor ca. 20 Jahren berichtet, dass im Bereich von Tattoos Verbrennungen beobachtet wurden. Zu dieser Zeit wurden in den USA metallhaltige Tattoofarben verwendet, die bei großflächigen Tattoos zu großen induzierten Strömen und damit zu einer starken Erhitzung führte. Heute werden zumindest in westlichen Industrienationen und in Japan keine metallhaltigen Farben verwendet, ein Risiko besteht hier also nicht! Anders sieht dies bei Tattoofarben aus, die in Ländern verwendet werden, die keine oder nur unzureichende Hygiene- und Kontrollbestimmungen haben. Wer also aus dem Urlaub in Thailand, Lateinamerika, Indien, etc Tattoos mit nach Hause bringt, sollte vor einer MR-Untersuchung seinem Arzt informieren.

Zweitens können Gradientenfelder, analog zu statischen Magnetfeldern, Metalle bewegen. Es gelten hier also die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei den statischen Magnetfeldern.

Wiederum kann die Wechselwirkung zwischen Gradientenfeldern und Piercings die MR-Bilder unbrauchbar machen. Also lieber Piercing raus und ein vernünftiges Untersuchungsergebnis als was übersehen.

c) Radiofrequenzpulse (RF-Pulse):

RF-Pulse werden bei MR-Untersuchungen benötigt, um den Atomkernen Energie zuzuführen. Ohne RF-Pulse kann kein MR-Signal entstehen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um elektromagnetische Wellen, die im gleichen Frequenzbereich wie Radiowellen liegen. Man könnte RF-Pulse also mit einem gewöhnlichen UKW-Radio empfangen. RF-Pulse führen dem Körper Energie zu und können zu einer Erwärmung des Gewebes und vor allem von metallischen Gegenständen (chirurgische Implantate, Piercings, metallhaltige Tattoofarben) im und am Körper führen. Dies wurde bis heute allerdings höchst selten berichtet, die Gefahr ist also als eher gering einzustufen.


Ich bin bekennender Adrenalinjunkie und hatte somit das zweifelhafte Vergnügen, bereits mehrere Platten, Nägel, Schrauben, Drähte in meinem Körper besessen zu haben. Zudem habe ich mehrere Piercings und 2 Tattoos, eins davon großflächig. Ich habe innerhalb der letzten 18 Jahren weder am noch im MR-Gerät (mehrere Hundert MR-Untersuchungen als Versuchskaninchen) je irgendwelche gesundheitsschädliche oder auch nur unangenehme Erfahrungen gemacht. Ich habe zwar jedes Mal gemerkt, dass sich meine Fingerringe und geschlossenen ringförmigen Piercings bei Bewegungen im Magnetfeld leicht drehen, was aber sobald man sich nicht mehr bewegt aufhört und absolut unproblematisch ist.

Als Fazit gilt, sowohl Piercings als auch Tattoos stellen, solange sie westlichen Standards entsprechen, bei MR- und Röntgenuntersuchungen kaum ein Risiko dar. Was aber bei Piercings immer in Betracht gezogen werden muss, ist, dass sie sowohl im MRT als auch beim Röntgen die Untersuchungsergebnisse verschlechtern und damit die Diagnose beeinträchtigen. Darum besser raus damit und eine sichere Diagnose bekommen, als sich stur stellen und eine Fehldiagnose riskieren. Auf alle Fälle sollte man den untersuchenden Arzt auf die Piercings hinweisen!

Das Gerücht, dass MR- oder Röntgen-Scanner durch Piercings kaputt gehen können, sind übrigens absoluter Humbug!

Ich hoffe, ich konnte etwas zu dem Thema beitragen und hab euch damit nicht gelangweilt!

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28. September 2009 um 16:13
In Antwort auf beatrice1180

Piercings & MRT Untersuchung
Hallo

ich hab vor längerer Zeit eine wirklich lesenswerte Abhandlung öffentlich irgendwo in einen Internetforum zum Thema gelesen. Der Text ist nicht von mir, ich kenne aber auch den ursprünglichen Author nicht.
------------------------------ -----------------------
Zuerst aber einige Worte zu mir. Ich bin promovierter Physiker und arbeite seit 18 Jahren in der Forschung an Kernspintomographen, zudem gebe ich Vorlesungen an der Uni. Seit 7 Jahren bin ich Forschungsleiter in einem klinischen MR-Labor und als solcher Sicherheitsbeauftragter für MRT Untersuchungen.

Physikalische Wirkungsmechanismen und Gefahrenquellen:

1. Röntgen und CT:

Beide Methoden beruhen auf der Bestimmung der Absorption von ionisierender Strahlung (Röntgenstrahlung) durch das Gewebe. Je höher die Dichte eines Gewebetypes oder Fremdkörpers ist, desto höher ist die Röntgenabsorption. So erscheinen dichte Strukturen, wie Knochen oder chirurgische Implantate und Piercings, hell bzw. weiß auf Röntgenbildern, während sich weniger dichte Gewebe, wie Muskel, Organe oder das Gehirn, dunkel abbilden. Röntgen hat keine weitere Wechselwirkung mit metallischen Implantaten oder Piercings und beinhalten somit auch keine gesundheitlichen Risiken! Piercings wie auch Implantate verdecken jedoch, durch ihre hohe Röntgenabsorption, möglicherweise vorhandene anatomische Veränderungen und können so eine Diagnose unmöglich machen! Viele Ärzte bestehen aus diesem Grund auf eine Entfernung von Piercings, um keine Verletzungen oder Veränderung zu übersehen. Eventuell kann durch einen geschickt gewählten Röntgenwinkel eine Verdeckung der zu untersuchenden Organe vermeiden, dies liegt allerdings im Ermessen des Arztes.

Ich denke, dass der Aufwand des Entfernens von Piercings durchaus in Kauf genommen werden sollte. Wer möchte schon, dass z.B. ein entstehender Knoten in der Brust aufgrund eines BWP nicht richtig erkannt wird? Dass Microdermals oder Dermal Anchors nicht entfernt werden, versteht sich von selbst. Man sollte jedoch den Arzt darauf hinweisen, so dass er den Röntgenwinkel optimal wählen kann.

Eine Wechselwirkung von Röntgenuntersuchungen mit Tattoos gibt es NICHT. Selbst bei Tattoos mit metallhaltiger Farbe, ist die Röntgenabsorption so gering, dass die Bildqualität nicht beeinträchtigt wird.

2. MRT:

Die möglichen Wechselwirkungen zwischen Tattoos und Piercings bei Kernspinuntersuchungen sind wesentlich komplexer. Im Gegensatz zu Röntgenmethoden basiert die MRT nicht auf ionisierender Strahlung. Die MRT nutzt eine magnetische Eigenschaft von Atomkernen, den Kernspin, um Gewebearten und -konzentrationen zu unterscheiden und abzubilden. Dazu werden drei verschiedene physikalische Techniken benötigt, deren Wirkungsweise und deren mögliche Risiken ich in der Folge beschreiben werde:

a) Das statische Magnetfeld:

Heutzutage werden in der Klinik MR-Geräte mit Feldstärken von 0.5 Tesla bis zu 3 Tesla, in der Forschung sogar bis zu 10 Tesla verwendet. Tesla ist ein Maß für die Stärke eines Magneten. Über den Daumen gepeilt entspricht 1 Tesla ca. der 10000-fachen Stärke des Erdmagnetfeldes! MR-Geräte sind also extrem starke Magnete.

Das Magnetfeld wird bei MR-Untersuchungen benötigt, um die Energiezustände der Atomkerne im Körper unterscheiden zu können. Modellhaft könnte man sagen, die Atomkerne werden im Magnetfeld ausgerichtet. Diese Ausrichtung ist ungefährlich und verschwindet wieder, sobald man das Magnetfeld verlässt.

Wie nun jeder weis, zieht ein Magnet verschiedene Metallsorten an. Dies geschieht ausschließlich bei ferromagnetischen Metallen, also Metallverbindungen, die Eisen, Nickel oder Kobalt enthalten. Ein starkes Magnetfeld, wie das eines MR-Gerätes würde solche Metalle sehr stark anziehen und damit bewegen. Dies kann Schmerzen hervorrufen oder im schlimmsten Fall benachbartes Gewebe verletzen.

Tattoofarben, selbst metallhaltige, sind durch das statische Magnetfeld nicht beeinflusst. Es existieren hier keinerlei Risiken.

Piercings können, falls sie ferromagnetische Bestandteile haben, vom Magneten angezogen also bewegt werden. Dies führt im allgemeinen aber nicht zu Verletzungen! In der Regel bestehen Piercings aus Chirurgenstahl, Titan oder nichtmetallischen Stoffen, werden also nicht vom Magnetfeld beeinflusst. Sie verursachen allerdings lokale Störungen des Magnetfeldes und machen dadurch MRT-Aufnahmen teilweise unbrauchbar! Ein Arzt wird aus diesem Grund meist darauf bestehen, dass Piercings entfernt werden, um Untersuchungsergebnisse nicht zu gefährden! Auch hier gilt wieder, der Aufwand des Entfernens von Piercings im Bereich des Untersuchungsbereichs sollte in Kauf genommen werden, damit keine Veränderungen des Gewebes übersehen werden!

b) Variierende Magnetfelder (Gradientenfelder):

Gradientenfelder werden zur Ortskodierung der MR-Untersuchung benötigt. Sie stellen sicher, dass die gemessenen MR-Signale millimetergenau einem bestimmten Ort im Körper zugeordnet werden können. Es werden dazu Magnetfelder sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Dabei werden Ströme in leitenden Materialien, also auch im Gewebe und metallischen Fremdkörpern, induziert. Dies hat zwei verschiedene Konsequenzen:

Erstens können die Ströme zu einer Erwärmung sowohl des Gewebes als auch der Metalle führen, was im Extremfall Verbrennungen durch die erhitzten Metallobjekte nach sich ziehen kann! Die Gefahr bei Piercings ist relativ gering, da sie sich, durch ihre geringe Größe und die gute Abführung der Wärme nach außen, kaum merklich erhitzen können. In den USA wurde vor ca. 20 Jahren berichtet, dass im Bereich von Tattoos Verbrennungen beobachtet wurden. Zu dieser Zeit wurden in den USA metallhaltige Tattoofarben verwendet, die bei großflächigen Tattoos zu großen induzierten Strömen und damit zu einer starken Erhitzung führte. Heute werden zumindest in westlichen Industrienationen und in Japan keine metallhaltigen Farben verwendet, ein Risiko besteht hier also nicht! Anders sieht dies bei Tattoofarben aus, die in Ländern verwendet werden, die keine oder nur unzureichende Hygiene- und Kontrollbestimmungen haben. Wer also aus dem Urlaub in Thailand, Lateinamerika, Indien, etc Tattoos mit nach Hause bringt, sollte vor einer MR-Untersuchung seinem Arzt informieren.

Zweitens können Gradientenfelder, analog zu statischen Magnetfeldern, Metalle bewegen. Es gelten hier also die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei den statischen Magnetfeldern.

Wiederum kann die Wechselwirkung zwischen Gradientenfeldern und Piercings die MR-Bilder unbrauchbar machen. Also lieber Piercing raus und ein vernünftiges Untersuchungsergebnis als was übersehen.

c) Radiofrequenzpulse (RF-Pulse):

RF-Pulse werden bei MR-Untersuchungen benötigt, um den Atomkernen Energie zuzuführen. Ohne RF-Pulse kann kein MR-Signal entstehen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um elektromagnetische Wellen, die im gleichen Frequenzbereich wie Radiowellen liegen. Man könnte RF-Pulse also mit einem gewöhnlichen UKW-Radio empfangen. RF-Pulse führen dem Körper Energie zu und können zu einer Erwärmung des Gewebes und vor allem von metallischen Gegenständen (chirurgische Implantate, Piercings, metallhaltige Tattoofarben) im und am Körper führen. Dies wurde bis heute allerdings höchst selten berichtet, die Gefahr ist also als eher gering einzustufen.


Ich bin bekennender Adrenalinjunkie und hatte somit das zweifelhafte Vergnügen, bereits mehrere Platten, Nägel, Schrauben, Drähte in meinem Körper besessen zu haben. Zudem habe ich mehrere Piercings und 2 Tattoos, eins davon großflächig. Ich habe innerhalb der letzten 18 Jahren weder am noch im MR-Gerät (mehrere Hundert MR-Untersuchungen als Versuchskaninchen) je irgendwelche gesundheitsschädliche oder auch nur unangenehme Erfahrungen gemacht. Ich habe zwar jedes Mal gemerkt, dass sich meine Fingerringe und geschlossenen ringförmigen Piercings bei Bewegungen im Magnetfeld leicht drehen, was aber sobald man sich nicht mehr bewegt aufhört und absolut unproblematisch ist.

Als Fazit gilt, sowohl Piercings als auch Tattoos stellen, solange sie westlichen Standards entsprechen, bei MR- und Röntgenuntersuchungen kaum ein Risiko dar. Was aber bei Piercings immer in Betracht gezogen werden muss, ist, dass sie sowohl im MRT als auch beim Röntgen die Untersuchungsergebnisse verschlechtern und damit die Diagnose beeinträchtigen. Darum besser raus damit und eine sichere Diagnose bekommen, als sich stur stellen und eine Fehldiagnose riskieren. Auf alle Fälle sollte man den untersuchenden Arzt auf die Piercings hinweisen!

Das Gerücht, dass MR- oder Röntgen-Scanner durch Piercings kaputt gehen können, sind übrigens absoluter Humbug!

Ich hoffe, ich konnte etwas zu dem Thema beitragen und hab euch damit nicht gelangweilt!

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Natürlich habe ich schon sehr viele Texte dazu gelesen, jedoch ist mir das immer noch unklar, ich meine wenn ich im Bauchnabel ein Piercing habe und im Kopfbereich untersucht werde, weiß ich nicht, ob das so geht.

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28. September 2009 um 17:30
In Antwort auf eser_12628485

...
Natürlich habe ich schon sehr viele Texte dazu gelesen, jedoch ist mir das immer noch unklar, ich meine wenn ich im Bauchnabel ein Piercing habe und im Kopfbereich untersucht werde, weiß ich nicht, ob das so geht.

Piercings & MRT Untersuchung
Hallo

nach der obigen in meiner Meinung sehr gut begründeten Abhandlung: Ja dein Piercing stört nicht, da es ja weit vom Untersuchungsgebiet weg ist..
Aber: Manche Arzte sind da rigeros, und wollen's sicherheitshalber trotzdem nicht. Dann hast du bessere Argumente, falls das BNP komplett aus Plastik, PFTE besteht => sicher kein Problem.

Übrigens, die Schwierigkeit bei nicht-metallischen Kugeln am PFTE-stab ist die Stabilität. Die Matall-Kugel schreidet sich das Gewinde in den PFTE-stab, und hält sehr stabil. Das klappt bei Kunststoffkugelm am PFTE-stab nicht so gut. Die könnten leichter Abfallen. Manche Piercer kleben die Kugeln als Alternative fest. Ablegen tust du den Schmuck dann nach dem Einheilen, indem du den PFTE stab durchknippst.

Diese Methode wird in den USA übrigens auch bei Frauen, die mit Nippelpiercings ohne abzulegen stillen wollen seit Jahren angewandt.

Beatrice

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28. September 2009 um 18:28
In Antwort auf beatrice1180

Piercings & MRT Untersuchung
Hallo

nach der obigen in meiner Meinung sehr gut begründeten Abhandlung: Ja dein Piercing stört nicht, da es ja weit vom Untersuchungsgebiet weg ist..
Aber: Manche Arzte sind da rigeros, und wollen's sicherheitshalber trotzdem nicht. Dann hast du bessere Argumente, falls das BNP komplett aus Plastik, PFTE besteht => sicher kein Problem.

Übrigens, die Schwierigkeit bei nicht-metallischen Kugeln am PFTE-stab ist die Stabilität. Die Matall-Kugel schreidet sich das Gewinde in den PFTE-stab, und hält sehr stabil. Das klappt bei Kunststoffkugelm am PFTE-stab nicht so gut. Die könnten leichter Abfallen. Manche Piercer kleben die Kugeln als Alternative fest. Ablegen tust du den Schmuck dann nach dem Einheilen, indem du den PFTE stab durchknippst.

Diese Methode wird in den USA übrigens auch bei Frauen, die mit Nippelpiercings ohne abzulegen stillen wollen seit Jahren angewandt.

Beatrice

..
Was rätst Du mir dann also?
Sollte ich dann einfach einen PTFE-Stab mit Acryl nehmen und festkleben (lassen) oder wie?

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30. September 2009 um 0:18
In Antwort auf eser_12628485

..
Was rätst Du mir dann also?
Sollte ich dann einfach einen PTFE-Stab mit Acryl nehmen und festkleben (lassen) oder wie?

Piercings & MRT Untersuchung
Hallo,

PFTE auf jeden fall. Da gibts so welche mit nem Knubbel en einem Ende:
http://www.piercing-outlet.com/images/stlsp16g.jpg

Das sollte nicht so leicht verloren gehen. Ob Du das andere Ende verkleben lässt, oder nicht, ich würds am unteren Ende erstmal mit ner Schraubkugel probieren:
http://www.piercing-outlet.com/index.php?caller=xlink&url=det ail.php&itemID=3079&oldcaller= &sitemgr=87&SwSess=0aab0ab9ef9 e8101a5f8c18f49f0e75b

Evtl hälts ja bereits so gut genug.

Beatrice

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30. September 2009 um 20:38
In Antwort auf beatrice1180

Piercings & MRT Untersuchung
Hallo,

PFTE auf jeden fall. Da gibts so welche mit nem Knubbel en einem Ende:
http://www.piercing-outlet.com/images/stlsp16g.jpg

Das sollte nicht so leicht verloren gehen. Ob Du das andere Ende verkleben lässt, oder nicht, ich würds am unteren Ende erstmal mit ner Schraubkugel probieren:
http://www.piercing-outlet.com/index.php?caller=xlink&url=det ail.php&itemID=3079&oldcaller= &sitemgr=87&SwSess=0aab0ab9ef9 e8101a5f8c18f49f0e75b

Evtl hälts ja bereits so gut genug.

Beatrice

Soooo!
Also, nun habe ich mein Piercing, bei einem anderen Piercer gemacht, und der hat mir einen PTFE-Stab reingemacht.
Die Kugeln sehen aus wie rosa Perlen, also alles in allem sehr schön, und ja, wenn ich fragen habe, melde ich mich :]

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5. Oktober 2009 um 0:10
In Antwort auf eser_12628485

Soooo!
Also, nun habe ich mein Piercing, bei einem anderen Piercer gemacht, und der hat mir einen PTFE-Stab reingemacht.
Die Kugeln sehen aus wie rosa Perlen, also alles in allem sehr schön, und ja, wenn ich fragen habe, melde ich mich :]

Glückwunsch zum neuen Piercing!
nt

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Himbeere als Tatto, nur wohin? =D
Von: eser_12628485
neu
11. Februar 2011 um 17:36
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